Willkommen

Das Graduiertenkolleg »Das fotografische Dispositiv« an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig fokussiert die Fotografie nicht allein als Bild, sondern betrachtet das Fotografische als komplexes Handlungsgefüge, dem spezifische historische, technisch-mediale, soziale, kulturelle und ästhetische Bedingungen zugrunde liegen, dem aber auch das Potenzial zu deren Störung und Modifikation innewohnt.

Im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Graduiertenkollegs erhalten 12 Promovierende ein Vollstipendium. Zusammen mit acht assoziierten DoktorandInnen nehmen sie an einem dreijährigen Studienprogramm teil, das regelmäßige Kolloquien, wissenschaftliche Veranstaltungen und praxisorientierte Projekte in Braunschweig umfasst. Über dieses Angebot hinaus bietet das Programm den VollstipendiatInnen ein breites Spektrum an Exkursionen zu Fotoarchiven und Ausstellungen im In- und Ausland.

Durchgeführt wird das Studienprogramm von Lehrenden der HBK Braunschweig aus Kunst- und Medienwissenschaften, der Freien Kunst und des Designs. Unterstützt von Leitern benachbarter Ausstellungseinrichtungen und Sammlungen wie dem Kunstmuseum Wolfsburg und dem Sprengel Museum Hannover.

Aktuelles:

Öffentlicher Vortrag am Donnerstag, den 06.07.17, HBK, Aula, 17h

Ariella Azoulay: The Body Politic − Toward A Visual Declaration Of Human Rights

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Edward Steichen editing “The Family of Man” exhibition, 1954, New York

17 Uhr: Begrüßung und Einführung: Prof. Dr. Ulrike Bergermann und
Aline Benecke

17.30 Uhr: Vortrag in englischer Sprache von Ariella Azoulay

Ariella Azoulay ist Professorin für Modern Culture & Media and Comparative Literature an der Brown University in Providence, USA, und arbeitet als Kuratorin und Dokumentarfilmemacherin.

Sie beschäftigt sich in ihren Büchern und Filmen mit den Bildarchiven der palästinensischen und israelischen Geschichte, mit Bilderwissen und einer “potential history”, und prägte darin Konzepte der “Civil Imagination: Political Ontology of Photography” (Tel Aviv 2010/New York 2012) oder “The civil contract of photography” (Tel Aviv 2006/New York 2008).

Ihr aktuelles Forschungsprojekt geht von der monumentalen Fotoausstellung “The Family of Man” 1955 und der Erklärung der Menschenrechte aus, um nach der Rolle des Universellen (im Dokumentarischen des Mediums Fotografie) und des jeweils Spezifischen (dem im Einzelnen Abgebildeten) zu fragen. Eine “visual declaration of rights” unternimmt beides, das Aufrufen einer Allgemeinheit von Rechten und im gleichen Zug das Bestehen auf dem konkreten, historischen, partikularen Bild.

 

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Vom 21. bis 23. Juni 2017 findet in Bochum ein Kooperationstreffen der DFG-Graduiertenkollegs „Das fotografische Dispositiv“ und „Das Dokumentarische. Exzess und Entzug“ (Ruhr-Universität Bochum) statt.

Ziel des Treffens ist es, die thematischen, begrifflichen und gegenstandsbezogenen Schnittstellen beider Kollegs in den Blick zu nehmen und auf gemeinsame, ergänzende, aber auch differierende Fragestellungen hin zu untersuchen. So verweist das fotografische Dispositiv ebenso auf das Dokumentarische, wie dessen neuere Geschichte auf das Medium der Fotografie. Zugleich erweisen sich die Begriffe der Referentialität, der Indexikalität, des Realismus, ja jener des Dokumentes selbst bei genauerer Untersuchung als Abstraktionen von praktizierten dokumentarischen Formen, die ihrerseits eingebunden sind in institutionalisierte Wissens- und Machtdiskurse. Was bedeutet es für die Differenz zwischen Kunst- und Dokumentarfotografie, wenn das Dokumentieren zur Kunst wird? Wie lässt sich der von Hito Steyerl geprägte Begriff der „Dokumentalität“ mit dem Konzept von gegendokumentarischen Formen vermitteln? In gemeinsamer Textlektüre und entlang von Projektpräsentationen werden diese und ähnliche Fragen zur Diskussion gestellt.

Das Kooperationstreffen startet am Mittwochabend mit einer gemeinsamen Sichtung des Films Ein Haus in Ninh Hoa (D / Vietnam 2016) von Philip Widmann (Stipendiat des Kollegs „Das fotografische Dispositiv“) im Endstation Kino in Bochum Langendreer. Im Anschluss wird Philip Widmann in einem Gespräch mit Astrid Deuber-Mankowsky vertiefende Fragen zum Film beantworten. Die Vorführung ist öffentlich und kostenlos.

Die zwei folgenden Workshop-Tage sind der Textlektüre, der Diskussion und der Projektpräsentation im Plenum und in Einzelgruppen gewidmet. Der Workshop ist nicht öffentlich; externe Anmeldungen sind leider nicht möglich.

Bitte hier klicken für weitere Infos und Programm auf der Homepage des Graduiertenkollegs “Das Dokumentarische. Exzess und Entzug”.